Wie klimafreundlich lebe ich?

Peter Michael Lingens berichtet in TOPIC November darüber, was Politikerinnen und Politiker tun können, um ein rasches Fortschreiten des Klimawandels zu verhindern. Etwa soll eine CO2-Steuer dafür sorgen, dass sich die Menschen klimafreundlicher verhalten und öfter Bus oder Zug nehmen, anstatt mit dem eigenen Auto zu fahren. Doch Politik funktioniert leider nur langsam.

Blechlawinen sorgen leider für schlechte Luft.
Blechlawinen sorgen leider für schlechte Luft. Foto: Michael Gancharuk/Shutterstock.com
Muh! Ich bin eine glückliche Kuh!
Muh! Ich bin eine glückliche Kuh!Foto: SehrguteFotos/Shutterstock.com

Es gibt allerdings ganz viele Dinge – kleine und größere – die du in der Zwischenzeit schon einmal für unsere Umwelt tun kannst. Damit du weißt, worauf es dabei ganz besonders ankommt, findest du hier die drei Bereiche, die den größten Einfluss auf deine ganz persönliche Klimabilanz haben:

1.) Verkehr

Ein einziger Langstreckenflug, also ein Flug zu einem weit entfernten Ziel, verbraucht so viel CO2 wie eine Person in einem ganzen Jahr zusammengerechnet verbrauchen sollte. Zählt man den Rückflug dazu, ist deine persönliche Klimabilanz schon total im Eimer. Fliegen ist zwar schön und ziemlich bequem, aber gleichzeitig die klimaschädlichste Art des Reisens. Die Schweden haben deshalb ein Wort erfunden: „flygskam“. Das bedeutet wörtlich übersetzt „Flugscham“. Damit ist gemeint, dass es manchen Menschen unangenehm ist, dass sie auf Kosten des Weltklimas diese Art der Fortbewegung nutzen. Leider ist nicht nur das Fliegen, sondern auch das Auto ein kleiner Klimakiller. Die Freiheit, jederzeit überall hinfahren zu können, hat einen hohen Preis: verstopfte Straßen und verschmutzte Luft. Vielleicht gibt es in deiner Familie die Möglichkeit, manchmal autofreie Wochenenden einzulegen? Viele tolle Ausflugsziele sind bestimmt auch mit den Öffis erreichbar. Oder du sprichst vor dem nächsten Urlaub mit deinen Eltern darüber, wie ihr möglichst klimafreundlich zum Wunschziel gelangen könnt? Manchmal ist Klimaschonen gar nicht so schwierig, vor allem, wenn wir es bei unseren Ideen und Vorstellungen von Anfang an mitdenken.

2.) Heizung/Energie im Wohnraum

Heizen hat einen großen Einfluss auf deinen persönlichen CO2-Verbrauch. Wird eure Wohnung zum Beispiel mit Gas, Erdöl, Solarenergie oder mithilfe einer Wärmepumpe beheizt? Welche Heizung die Wohnung oder das Haus hat, wirst du vermutlich wenig beeinflussen können. Was allerdings von deinen Eltern bestimmt werden kann, ist die Art des Stroms, der aus der Steckdose fließt. Der Vertrag des Stromanbieters enthält genaue Informationen, wie der Strom gewonnen wurde. Übrigens: In Österreich ist es möglich, den Stromanbieter frei zu wählen. Eine Umstellung auf Öko-Strom ist relativ einfach. Wenn viele Haushalte mitmachen, kann es wirklich zu Veränderungen kommen. Denn steigt die Nachfrage nach erneuerbarer Energie aus Wind, Wasser oder Sonne, werden mehr solcher Anlagen gebaut.

3.) Ernährung

Fleisch ist klimaschädlich. Kühe etwa fressen Futter, das extra dafür hergestellt wird. Dieser Futtermittelanbau nimmt große Flächen in Anspruch – teils werden dafür Wälder gerodet und der Boden belastet. Eine fleischarme Ernährung hingegen schont das Klima. Wer nicht auf sein Hendl oder Schnitzel verzichten möchte, der hat Glück, in Österreich zu wohnen: Hier gibt es viel hochwertiges Fleisch aus biologischer Landwirtschaft zu kaufen. Diese Tiere dürfen zu ihren Lebzeiten nur ganz bestimmtes Futter bekommen, im Freien grasen und haben viel mehr Platz im Stall. Bio-Fleisch schont nicht nur das Klima, sondern sorgt auch dafür, dass es den Tieren besser geht. Leider ist dieses Fleisch deutlich teurer. Vielleicht können diese Kosten dadurch ausgeglichen werden, dass beim Einkaufen mehr gespart wird. Das geht am besten mit einem altbekanntem Helfer: dem Einkaufszettel. Er hilft mit, dass nur gekauft wird, was wirklich benötigt und verbraucht wird. Weniger ist eben manchmal mehr!

Wer nun denkt, all diese Dinge können den Klimawandel weder stoppen noch aufhalten, der hat mit diesem Gedanken vermutlich recht. Dennoch hat unser eigenes Leben auch immer Einfluss auf das Leben anderer. Wir alle ahmen das Verhalten von Menschen nach, die uns wichtig sind, die uns etwas bedeuten. Jede winzig kleine klimaschonende Handlung hat also Auswirkungen auf das Verhalten deiner Nächsten. Und gemeinsam können wir tatsächlich Veränderungen schaffen!

Auswirkungen Klimawandel

Wie sich der Klimawandel nun ganz konkret auf unsere Erde auswirken wird, darüber gibt es bislang nur Vorstellungen, sogenannte Szenarien. Bei der wichtigsten „Gegenmaßnahme“ sind sich aber alle Klimaforscher/-innen einig: Ziel ist, die Erderwärmung bis zum Jahr 2050 auf 2 Grad zu beschränken (noch besser wären 1,5 Grad!). Hierzu dürfte jeder Mensch jährlich bis zu 2,3 Tonnen an C02 verbrauchen. Möchtest du wissen, wie hoch dein persönlicher Verbrauch ist? HIER kannst du ihn ganz einfach ausrechnen. Zudem erhältst du wertvolle Tipps, in welchen Bereichen noch mehr CO2 eingespart werden kann.

Was heißt ...?

Klimabilanz: Klimabilanzen geben an, welcher Ausstoß von Kohlendioxid oder anderen Treibhausgasen auf bestimmte Aktivitäten zurückzuführen ist. Dies kann sowohl für Staaten geschehen, solche Länderbilanzen erfassen dann Emissionen auf dem jeweiligen Territorium aus Kraftwerken, dem Straßenverkehr, der Abholzung von Wäldern usw. Bei einer persönlichen Klimabilanz wird ganz ähnlich gerechnet: Beispielsweise für Urlaubsreisen oder Lebensmittel, für Strom oder Heizenergie kann der jeweilige „Rucksack“ an Treibhausgasen ermittelt werden.
CO2: Kohlendioxid (ein Treibhausgas; kommt viel davon in der Atmosphäre vor, wird das Klima auf der Erde wärmer)
Öffis: Öffentliche Verkehrsmittel