zurück
Plus
Impfung gegen Covid-19

TOPIC „impformiert“: 5 Fragen, 5 Antworten

Eine Impfung hilft dabei, deinen Körper vor einer bestimmten schweren Krankheit zu schützen. Auch gegen Covid-19 gibt es inzwischen Impfstoffe, die in Österreich zur Anwendung kommen. TOPIC klärt die wichtigsten Fragen.

Foto: Orpheus FX/Shutterstock.com

Frage 1: Was ist eine Impfung?

Bei einer Impfung bekommt der Körper Viren, also winzige Krankheitserreger, oder Teile davon, gespritzt. Der Körper wird dann ganz leicht krank, meistens merkt man davon aber gar nichts. Er bekämpft die Krankheit aber und stellt gleichzeitig Abwehrstoffe gegen diese Krankheit her. Solche Stoffe heißen Antikörper. Diese Antikörper verschwinden nach der Impfung nicht aus dem Körper. Wenn der Körper später von genau diesen Viren angegriffen wird, schlagen die Antikörper zu und wehren sich – die Krankheitserreger haben keine Chance.

Bei einigen neuen Impfstoffen gegen das Coronavirus handelt es sich nicht um Virenteile, die verabreicht werden. Es handelt sich viel mehr um den Bauplan (messenger-RNA) für einen Teil der Hülle des Virus. Das Coronavirus hat, wie du bestimmt weißt, Zacken an der Oberfläche, diese werden Spike-Proteine genannt. Mit diesen Zacken dockt die Viruszelle an der menschlichen Zelle an und dringt in sie ein. Der Vorteil der neuartigen mRNA-Impfstoffe ist, dass sie nicht aus Teilen des Virus bestehen und somit nicht zu einer Erkrankung führen können. Ihr Bauplan des Spike-Proteins dockt an unsere Zelle an. Damit bekommt unser Abwehrsystem die Information des Virus, um Antikörper zu bilden, ohne mit dem Virus direkt in Berührung zu kommen.

Leider läuft beim Impfen nicht immer alles ohne Probleme ab. Manche Menschen bekommen zum Beispiel Fieber oder fühlen sich schlapp, nachdem sie geimpft wurden. Selten kann es auch größere Probleme geben. Es gibt also Vor- und Nachteile vom Impfen. Am besten ist es, sich gut zu informieren und vom Arzt beraten zu lassen.

Frage 2: Was ist Herdenimmunität?

Wenn sich jemand mit einem Virus ansteckt, kann sie oder er damit auch andere anstecken. So kann sich ein Virus sehr schnell weiterverbreiten. Ein Schutzschild dagegen ist die so genannte Immunität. Das bedeutet, dass man gegen bestimmte Krankheitserreger geschützt ist. Das geht durch eine Impfung oder aber man hatte die Krankheit bereits und hat Abwehrkräfte gebildet. Je mehr Menschen gegen eine Krankheit immun sind, desto schwieriger kann sich die Krankheit auch weiterverbreiten. Sind also viele immun, werden auch die Menschen um sie herum mitgeschützt. Genau das nennt man Herdenimmunität. 

Frage 3: Welche Impfstoffe werden in Österreich verwendet?

Die Expertinnen und Experten der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) prüfen ganz genau, ob die Corona-Impfstoffe auch in Ordnung sind, bevor sie sie für die EU-Mitgliedsstaaten freigeben. Der mRNA-Impfstoff von BionTech/Pfizer wurde am 21. Dezember als erster Corona-Impfstoff von der EU-Kommission zugelassen. Das Präparat des US-Konzerns Moderna, auch ein mRNA-Impfstoff, wurde inzwischen auch von der EMA zur Zulassung empohlen. Unter Prüfung steht derzeit außerdem der Impfstoff AstraZeneca – dieser soll gemeinsam mit den Präparaten von BionTech/Pfizer und Moderna in Österreich zur Verwendung kommen.

Die Impfstoffe im Vergleich

Bei beiden Mitteln - dem von BionTech/Pfizer und dem von Moderna - handelt es sich um mRNA-Impfstoffe. Beide Impfstoffe haben bisher eine hohe Wirksamkeit erzielt: 94,1 Prozent bei Moderna und 95 Prozent bei BionTech/Pfizer. Diese Zahlen wurden allerdings zwei bzw. eine Woche nach der Impfung gemessen. Es ist also noch unklar, wie lange die Impfungen genau schützen und ob die oder der Geimpfte das Virus noch weitergeben kann. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei minus 70 Grad gelagert werden. Beim Moderna-Impfstoff muss es mit etwa minus 20 Grad Celsius im Vergleich nicht ganz so kalt sein. 

Sowohl der Biontech/Pfizer- als auch der Moderna-Impfstoff erfordern zwei Wirkstoffgaben. Bei Biontech/Pfizer bekommen die Patientinnen und Patienten im Abstand von etwa drei Wochen jeweils eine Dosis. Bei Moderna sind es rund vier Wochen. Gespritzt wird jeweils in den Oberarm-Muskel. Was die Nebenwirkungen betrifft, sind die Angaben bei beiden Herstellern ident: Viele Testpersonen gaben Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit sowie Kopf- und Muskelschmerzen an. Manche litten auch an Fieber und Schüttelfrost. Im Allgemeinen waren die Nebenwirkungen schwach und klangen nach kurzer Zeit ab. 

Der Biontech/Pfizer-Impfstoff ist für Menschen ab 16 Jahren vorgesehen, der von Moderna ab 18 Jahren. Moderna hat kürzlich damit begonnen, seinen Impfstoff bei zwölf-bis 17-Jährigen zu testen. Derzeit ist eine Impfempfehlung für Kinder aber noch nicht absehbar.

Frage 4: Wann kommt die Impfung gegen das Coronavirus?

In Österreich haben die ersten Impfungen gegen das Coronavirus Ende letzten Jahres stattgefunden. Das heißt jetzt aber nicht, dass du einfach so zum Arzt gehen kannst, um dich impfen zu lassen. Es wird nämlich nicht von Anfang an genügend Impfstoff für alle Menschen in Österreich zur Verfügung stehen. Die Regierung hat deshalb ganz genau eingeteilt, wer wann geimpft werden soll: 

In Phase 1, das ist bis Februar 2021, kommen die Menschen dran, für die eine Impfung besonders wichtig ist. Das sind zum Beispiel ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen. Und diejenigen, die im Gesundheitsbereich arbeiten.
Phase 2 findet von Februar bis April 2021 statt und wird sich weiterhin auf Personen höheren Alters konzentrieren. Außerdem erhalten Menschen in so genannten „kritischen Infrastrukturen“ (so nennt man Organisationen und Einrichtungen aus den Bereichen Energie, Transport und Verkehr, Wasser, Finanz- und Versicherungswesen, Ernährung, Medien und Kultur, Staat und Verwaltung, Gesundheit sowie Informationstechnik und Telekommunikation) eine Impfung.
In Phase 3, etwa ab Juli 2021, kommt dann der Rest der Bevölkerung zum Zug.

Frage 5: Gibt es genügend Impfstoff?

Um eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus aufzubauen, müssen ca. 70 Prozent der Weltbevölkerung geimpft werden. Expertinnen und Experten schätzen, dass es dafür mindestens zehn Milliarden Dosen (zwei Dosen pro Person) braucht. Davon sind wir derzeit noch weit entfernt. In einer vor kurzem veröffentlichten Studie stand, dass mindestens ein Fünftel der Weltbevölkerung bis 2022 keinen Zugang zu einem Impfstoff haben könnte. Besonders Menschen in ärmeren Ländern dürften demnach lange Zeit auf die Impfung warten müssen.

Einen Impfstoff im Labor zu entwickeln ist nämlich wieder etwas ganz anderes, als ihn in großen Mengen zu produzieren. Allein die riesige Menge an Glasfläschchen, in die die einzelnen Dosen des Impfstoffs gefüllt werden müssen, sind eine Herausforderung. Wichtig ist außerdem die Einhaltung der Kühlkette während des Transports: Viele Impfstoffe und Medikamente dürfen nur gekühlt aufbewahrt werden, um auch wirken zu können.

Dennoch ist die Prognose gut: Viele Firmen haben Impfstoffe entwickelt und sind bereits mitten in der Produktion. Auch wenn es eine Weile dauern wird, so ist man auf einem guten Weg, das Coronavirus bald in die Schranken zu weisen.

Info

Hast du noch mehr Fragen zu den neuen Impfstoffen und wann es in Österreich die Impfung geben wird? Unter diesem Link werden die wichtigsten Fragen beantwortet: Klicke HIER.

Weitere Informationen zu Corona, Material für Kinder und Tipps für den digitalen Unterricht gibt es von JUNGÖSTERREICH für Lehrer/innen und Eltern HIER.

Das könnte dich auch interessieren!

Der Umwelt zuliebe mit dem Müll aufräumen
Plus
Referatstipp: Müllberge

Der Umwelt zuliebe mit dem Müll aufräumen

News-Podcast: Kleiner Stich, große Wirkung
Hör hin
News fürs Ohr

News-Podcast: Kleiner Stich, große Wirkung

TOPICtube mit Moritz: Wastecooking
Plus
Thema: Müllberge
TOPIC Jänner 2021, S. 8, 9, 35

TOPICtube mit Moritz: Wastecooking