Referatstipps: Sprachen

Die Juni-Ausgabe des TOPIC nimmt in ihrer Themenstrecke die Sprachenvielfalt unter die Lupe und beschäftigt sich dabei auch mit der Gebärdensprache, bei der die Worte mit den Händen geformt werden. Hier findest du noch ein paar Anregungen für das eine oder andere Referat zu diesem spannenden Thema, das wieder einmal zeigt, wie bunt und vielfältig unsere Welt doch ist.

Foto: Prostock-studio/Shutterstock

Sprache der Hoffnung

Wäre es nicht toll, wenn auf der ganzen Welt nur noch eine Sprache verwendet werden würde? Vielleicht gäbe es dann ja keine Missverständnisse mehr? Vokabeltests auch nicht …

Der polnische Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof hat 1887 die Grundlagen für die Sprache „Esperanto“ gelegt: Dabei handelt es sich um eine „internationale Sprache“, in der man Züge aus dem Französischen, Deutschen und auch aus Latein trifft. Zamenhofs Idee war es, eine Sprache zu erfinden, die man schnell lernen kann und die von allen Menschen verstanden wird. Allerdings hat es „Esperanto“ – im Wort steckt übrigens der Begriff „Hoffnung“ drinnen“ – in keinem Land der Welt zur Amtssprache geschafft. Auch weiß man nicht, wie viele Menschen weltweit „Esperanto“ sprechen. Beim Online-Sprachkurs „Duolingo“ absolvieren aber jedes Jahr knapp 800.000 Menschen zumindest eine „Esperanto“-Lektion. Über den Äther geht „Esperanto“ auch: Auf „Radio Vatikan“ wird drei bis vier Mal pro Woche eine 10-minütige Sendung in „Esperanto“ ausgestrahlt.

Mehr zum Thema findest du hier:

klexikon.zum.de/wiki/Esperanto

www.kika.de

Der gehörlose Schauspieler Troy Kotsur gewinnt den Oscar als bester Nebendarsteller.
Der gehörlose Schauspieler Troy Kotsur gewinnt den Oscar als bester Nebendarsteller.Foto: ROBYN BECK/AFP/picturedesk.com

Gehörlose Schauspieler*innen

Bei der diesjährigen Oscar-Verleihung gab es einen ganz besonders berührenden Moment. Als der US-Amerikaner Troy Kotsur den Preis für die beste Nebenrolle entgegennahm, war es im Dolby Theatre in Los Angeles zunächst nämlich einmal mucksmäuschenstill. Dabei hatte der Schauspieler sehr viel zu sagen – und zwar mit seinen Händen. Der gehörlose Schauspieler wurde für seine Rolle in dem ebenfalls oscarprämierten Film „Coda“ ausgezeichnet. Dabei geht es um die 17-jährige Ruby, die das einzige hörende Mitglied einer ansonsten gehörlosen Familie ist. Als ihr Lehrer entdeckt, dass sie ein großes Gesangstalent ist, können ihre Eltern und ihr Bruder zunächst wenig damit anfangen. Schließlich können sie ja nicht hören, welches Können da in Ruby schlummert. Außerdem haben sie Angst, dass sie Ruby an die „laute“ Welt verlieren.

Die Geschichte, die dieser berührende Film erzählt, ist nicht neu: Das französische Original kam 2014 unter dem Titel „La famille Bélier“ (auf Deutsch: „Verstehen Sie die Béliers“) in die Kinos. Es lohnt sich auf alle Fälle, ihn anzuschauen. Gestreamt wird er auf Netflix.

„Coda“ hat hierzulande leider nie den Weg in die Kinos geschafft. Gestreamt wird der Oscar-Film auf Apple TV.

In den folgenden Links findest du die Trailer zu „Verstehen Sie die Béliers“ und „Coda“ und Ausschnitte aus der Oscar-Rede von Troy Kotsur, die wohl nicht nur den Gebärdensprachdolmetscher zum Schluchzen brachte.

Verstehen Sie die Béliers: www.youtube.com/watch?v=Ku675Z0oTkU

Coda: www.youtube.com/watch?v=wfNUW0XGEDQ

Oscar-Rede von Troy Kotsur: www.youtube.com/watch?v=Ap5tgk5G8FY

Außergewöhnliches Sprachtalent

Vokabeltests können ganz schön nerven: Aber wer eine fremde Sprache lernen will, der muss sich eben auch die Arbeit antun, neue Worte zu lernen. Für Philip Crowther scheint das kein Problem zu sein. Der britisch-deutsch-luxemburgische Journalist spricht sage und schreibe sechs Sprachen fließend. Und darf sich damit „polyglott“ nennen.

Aber ab wann ist man „polyglott“? Das Wort leitet sich vom griechischen Begriff „poluglottos“ ab und bedeutet „mehr als eine Sprache“. Theoretisch könnte sich also jeder Mensch, der mehr als eine Sprache spricht, als „polyglott“ bezeichnen. Tatsächlich sollte man aber mindestens drei Sprachen fließend sprechen können, um diesem „Club“ anzugehören.

Das 1981 geborene Sprachentalent Crowther hatte übrigens einen kleinen Startvorteil: Sein Papa ist Brite, seine Mama ist Deutsche, aufgewachsen ist er in der Nähe von Luxemburg. Englisch, Deutsch, Luxemburgisch und Französisch wurden ihm also quasi in die Wiege gelegt. Obendrein spricht er aber auch noch Spanisch und Portugiesisch. Philipp Crowther berichtet für fast 40 TV-Sender in sechs Sprachen. Und das hört sich so an:
www.youtube.com/watch?v=Ya-Gl1qh8sc

Mehr zum Thema findest du hier: www.mosalingua.com/

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