Mali: Armes Land, reiche Natur

Hast du schon einmal von Mali gehört? Der Staat liegt im Westen Afrikas – ein ziemlich armes Land, mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt und vielen Rohstoffen. Aber auch die malischen Kulturschätze können sich sehen lassen!

Die wunderschöne große Moschee von Djenné besteht komplett aus Lehm und zählt zu den berühmtesten Bauwerken Afrikas.
Die wunderschöne große Moschee von Djenné besteht komplett aus Lehm und zählt zu den berühmtesten Bauwerken Afrikas.Foto: trevor kittelty/Shutterstock.com
Die Grenzen Malis wurden quasi mit dem Lineal gezogen.
Die Grenzen Malis wurden quasi mit dem Lineal gezogen.Foto: 3D generator/Shutterstock.com
Baobab-Bäume prägen das Landschaftsbild.
Baobab-Bäume prägen das Landschaftsbild. Foto: Claudiovidri/Shutterstock.com
Die Häuser, Vorratsbauten und Stallungen der Dogon wurden wie Vogelnester in die Felsen gebaut.
Die Häuser, Vorratsbauten und Stallungen der Dogon wurden wie Vogelnester in die Felsen gebaut.Foto: Iwanami Photos/Shutterstock.com

Land und Leute

Mali ist ein Binnenstaat. Das bedeutet, dass es keinen Zugang zum Meer besitzt. Es leben dort rund 19 Millionen Menschen, also etwa doppelt so viele wie in Österreich. Und es werden ständig mehr. Jede Frau bekommt nämlich im Durchschnitt sechs Kinder! Die Hauptstadt Bamako ist gleichzeitig die größte Stadt des Landes. Es gibt rund 30 verschiedene Volksgruppen in Mali. Viele Malier und Malierinnen fühlen sich ihrem Volk stark zugehörig und sind damit enger verbunden als mit ihrem Land. Ein kleiner Teil der Bevölkerung sind die Tuareg. Sie sind Nomaden, das heißt, sie haben keinen fixen Wohnort, sondern werden erst langsam sesshaft. Sie zogen bisher mit ihren Tieren durch die Wüste, immer auf der Suche nach Wasser und fruchtbarem Land.

Und was war früher dort?

Schon in der Steinzeit lebten im heutigen Mali Menschen, damals war es dort viel feuchter und auch ein bisschen kühler. Die Steinzeitmenschen betrieben Ackerbau und Viehzucht. Als das Klima mit der Zeit trockener wurde, zogen die Menschen in den Süden. Die Kamele, wahre Hitzemeister und weltbeste Wasserspeicherer, wurden zum Leben und Überleben immer wichtiger. Im Mittelalter gab es einen ziemlich schwungvollen Handel mit Europa. Durch den „Transsaharahandel“ wurden Sklaven und Salz ans Mittelmeer geschafft, im Gegenzug erhielten die Afrikaner Pferde, Stoffe und andere Waren.

Auf dem Staatsgebiet Malis gab es im Laufe der Zeit viele verschiedene Reiche und Herrscher. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es schließlich Teil einer französischen Kolonie. Vor 60 Jahren wurde Mali unabhängig. Der Staat sieht ein bisschen so aus, als hätte ihn jemand mit dem Lineal auf der Weltkarte eingezeichnet. Dem war tatsächlich so! Das verursachte natürlich Probleme – die verschiedenen Völker leben und lebten auf mehreren Staatsgebieten verteilt und nicht innerhalb der am Papier gezogenen Grenzen. Heute ist Mali eine Demokratie – aber eine, die auf schwachen Beinen steht und wo es leider viele Probleme wie Armut, hohe Arbeitslosigkeit, politische Unruhen und starke Benachteiligungen von Frauen gibt.

Wie sind Klima und Natur?

Die meisten Menschen wohnen aufgrund des Klimas im Süden des Landes. Denn im Norden Malis befindet sich eine einzige riesige Wüste, die Sahara. Die Grenzen der Wüste verschieben sich immer weiter in den Süden. Mehr und mehr Land wird vom trockenen Nichts „gefressen“. Dürren und Hungersnöte sind die Folge. Der Lebensraum der Menschen wird immer beschränkter.

Mali weist eine bunte Pflanzen- und Tierwelt auf. Leider sind einige Säugetiere aufgrund von Jagd, Abholzung und Überweidung bereits ausgestorben. Neben Giraffen, Flusspferden und wenigen Elefanten gibt es zum Glück noch viele Paviane, Meerkatzen und Reptilien wie Warane, Vögel und Fische. Auch die Pflanzenwelt ist reich und besonders. Zum Beispiel gibt es neben dem beeindruckenden Baobab, dem Affenbrotbaum, den sogenannten „Zahnbürstenbaum“. Traditionell werden seine Knospen, Wurzeln und Zweige zur Zahnpflege benutzt.

Die Landschaft in Mali besteht vor allem aus weitläufigen, flachen Ebenen. Manchmal ragen aus diesen plötzlich große Felsmassive auf. Die Lebensader des Landes ist der Fluss Niger. In einem riesigen Bogen läuft er durch das Land und versorgt die Böden und Menschen mit Wasser. Übrigens: Niger ist nicht nur ein Fluss, sondern auch ein Nachbarland Malis. Lass dich davon nicht verwirren!

Schöne Kulturschätze

Mali hat viele Probleme, die Menschen sind sehr arm. Doch das Wüstenland ist reich an Kulturschätzen. Etwa sind die Felsendörfer der Dogon – eines Volkes in Mali – zugleich Weltkultur- und Weltnaturerbe. Die Häuser, Vorratsbauten und Stallungen wurden wie Vogelnester in die Felsen gebaut und mit kunstvollen Felsmalereien verziert.

Ein ganz besonderes Bauwerk in Mali ist die Große Moschee von Djenné. Sie bildet den Mittelpunkt der gleichnamigen Stadt. Sie zählt zu den berühmtesten Gebäuden Afrikas und besteht komplett aus Lehm.

Was heißt ...?

Volksgruppe: auch Stamm, Volksstamm genannt: Eine Gruppe bzw. Gemeinschaft innerhalb eines Volkes, die durch bestimmte Merkmale (Sprache, Bräuche, Wurzeln) gekennzeichnet ist.

SOS-Kinderdorf

Übrigens: SOS-Kinderdorf setzt sich in Mali seit 1987 für den Schutz und die Unterstützung gefährdeter Kinder und ihrer Familien ein. Alles dazu findet ihr HIER!

Wo liegt Mali genau?
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