Kleiderschrank der Zukunft

Wie sieht es eigentlich in deinem Kleiderschrank aus? Quillt er förmlich über oder bist du eher sparsam beim Einkaufen? Gehst du gerne shoppen oder sind dir stickige Geschäfte ein Graus?

Foto: monika3steps/Shutterstock.com

Egal, wie gut gefüllt dein Kleiderkasten ist, bei genauer Betrachtung fällt vielleicht auf, dass du manche Sachen häufig anziehst. Und das es viele Stücke gibt, die nicht oft getragen werden. Die Statistik bestätigt das: Rund 40 Prozent aller Kleidungsstücke werden selten bis nie verwendet. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Dinge, die gekauft werden. In Deutschland etwa kauft sich jede Person jedes Jahr 60 neue Kleidungsstücke! In den Geschäften gibt es ein riesiges Angebot an billigen Textilien. Dieses Überangebot zu günstigen Preisen verleitet zum Mitnehmen, sorgt dafür, dass die Schränke überquellen und die Umwelt belastet wird. Die großen Hersteller – wie zum Beispiel H&M, New Yorker, Zara oder Primark – produzieren unentwegt unglaubliche Mengen an Kleidung. Rund ein Drittel der Ware ist unverkäuflich. Diese landet in den allermeisten Fällen auf dem Müll und wird verbrannt. In den letzten Jahren hat sich bei der Herstellung einiges verändert. Die Arbeitsbedingungen der Menschen, die direkt für die großen Firmen tätig sind, haben sich verbessert. Doch diese Fabriken werden mit Waren, Stoffen etc. von Zubringerfirmen beliefert. Und die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern sind schlecht wie eh und je. Das Problem wurde also nicht gelöst, sondern „ausgelagert“.  

Fair Fashion

Doch es gibt – auch in Österreich – einige, meist kleinere Hersteller, die es besser machen. Die produzierte Ware ist dann aus nachhaltigen Materialien wie etwa Bio-Baumwolle. Gütesiegel weisen darauf hin, dass die Arbeitsbedingungen der Menschen, die die Ware herstellen, in Ordnung sind. Die wichtigsten und bekanntesten sind das GOTS-Siegel und der Hinweis „fairtrade“. Achtung: Es gibt viele verschiedene Gütesiegel, das ist ziemlich verwirrend und unübersichtlich. Oft kann es hilfreich sein, im Internet nachzuschauen. Kleinere Labels können sich manchmal auch die Siegel gar nicht leisten, denn die Zertifizierung kostet Geld. Wer unsicher ist, kann einfach die Verkäuferin oder den Verkäufer fragen. Wenn sie nichts über die Arbeitsbedingungen und die Herstellung wissen, dann wurde das Kleidungsstück mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nachhaltig produziert. Leider ist fair hergestellte Ware meist teuer (wenngleich es schon günstigere Angebote gibt). Wer mit wenig Geld zu tollen Klamotten kommen und dabei die Umwelt schonen möchte, dem helfen vielleicht die Tipps in der Infobox.

Günstig und umweltschonend zu neuem Gewand? Hier sind einige Tipps für dich:

Organisiere eine Tauschparty mit deinen Freundinnen und Freunden. Jede und jeder soll dabei eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken, die noch gut erhalten sind, aber nicht mehr getragen werden, mitbringen. Diese können verschenkt oder getauscht werden.

Leihen ist der neue Trend! Was bei einer Schiausrüstung super funktioniert, kann auch bei Kleidung sinnvoll sein. Warum nicht einmal ein Kleidungsstück für einen besonderen Anlass – etwa ein Kleid für eine Hochzeit – ausleihen statt neu kaufen? In größeren Städten gibt es bereits Geschäfte, die einen Leih-Service anbieten. Leihen verursacht keinen Müll und schont nebenbei die Geldtasche.

Es gibt zahlreiche Flohmarkt-Apps oder Verkaufsbörsen im Internet sowie Secondhandläden. Hier werden gebrauchte Kleidungsstücke zu günstigen Preisen angeboten. Vielleicht gibt es – gerade bei Dingen, die weniger häufig in Gebrauch sind wie etwa Funktionsbekleidung – gute und günstige Onlineangebote? Oder du nützt selber die Möglichkeit, etwas Gebrauchtes zu verkaufen.

Eine Alternative zum Wegwerfen ist „Upcycling“. Damit ist gemeint, dass alte Kleidungsstücke umgenäht und so aufgepeppt werden. Wer dabei nicht ganz so talentiert ist, kann aber zumindest kleine „Kleidungs-Fehler“ selbst ausbessern, wie etwa winzige Löcher flicken oder abgefallene Knöpfe annähen.

Eine Nacht drüber schlafen“ ist bei vielen Dingen ein wertvoller Tipp – beim Kleiderkauf lohnt er sich besonders. Denn: Brauche ich die neue Hose wirklich? Ist das T-Shirt nach dieser Saison noch „in“? Sind nicht die Schuhe vom letzten Winter immer noch schön und schick? Stellst du dir diese Fragen und denkst du bewusst darüber nach, was du wirklich brauchst, dann wird sich automatisch dein Kaufverhalten ändern. Denn wenn du etwas nicht verwendest, macht es gar keinen Sinn, wenn du es besitzt.

Was heißt ...?

Textilien: Waren aus Stoff wie Kleidung, Wäsche, Vorhänge etc.

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