Die Politik in Kinderhänden

Seit dem Jahr 2005 haben die Mitglieder des Kinderparlaments in der Grazer Politik mehr als nur ein Wörtchen mitzureden. In den Straßenbahnen und Bussen der Stadt geben die Kinderparlamentarier überdies noch bis Ende November den Ton an.

Das Kinderparlament setzt sich für rauchfreie Spielplätze ein ...
Das Kinderparlament setzt sich für rauchfreie Spielplätze ein ...Foto: Kinderbüro-Die Lobby für Menschen bis 14
... und sagt die Haltestellen in den öffentlichen Verkehrsmitteln an.
... und sagt die Haltestellen in den öffentlichen Verkehrsmitteln an.Foto: Kinderbüro-Die Lobby für Menschen bis 14
Für jedes neugeborene Kind wird vom Kinderparlament ein Bäumchen gesetzt.
Für jedes neugeborene Kind wird vom Kinderparlament ein Bäumchen gesetzt.Foto: Kinderbüro-Die Lobby für Menschen bis 14
Martina und Valentin sind aktuell Kinderbürgermeisterin und Kinderbürgermeister im Kinderparlament Graz.
Martina und Valentin sind aktuell Kinderbürgermeisterin und Kinderbürgermeister im Kinderparlament Graz.Foto: Kinderbüro-Die Lobby für Menschen bis 14

Mit jedem neuen Baby wird Graz neuerdings ein Stück weit grüner: Seit Anfang des Jahres wird nämlich immer dann ein Bäumchen gepflanzt, wenn ein neuer Erdenbürger oder eine neue Erdenbürgerin in der steirischen Landeshauptstadt das Licht der Welt erblickt. Diese schöne Idee, deren Spuren noch in vielen Jahrzehnten zu sehen sein werden, ist den kreativen Mitgliedern des Kinderparlaments zu verdanken. Und es ist nicht das einzige Projekt, das in den Köpfen der findigen Nachwuchspolitiker entstanden ist. So haben die 8- bis 14-jährigen Kinderparlamentarier in den vergangenen Jahren unter anderem Mobbing-Workshops ins Leben gerufen, sich fürs Nichtrauchen auf Spielplätzen stark gemacht oder mit einem Graffitikünstler ihre Stadt ein bisserl bunter werden lassen. Bis Ende November erheben die Kinder und Jugendlichen überdies in den Grazer Straßenbahnen und Bussen die Stimme – und sagen ganz professionell die einzelnen Haltestellen-Stationen an.

Auf den Nachwuchs hören

Doch nicht nur im öffentlichen Verkehr wird in Graz auf den Nachwuchs gehört: Das Kinderparlament wurde im Jahr 2005 ins Leben gerufen, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, selbst politisch aktiv zu werden. Mindestens zweimal im Moment treffen sich die Kinderparlamentarier und besprechen Ideen und Veränderungswünsche für die Stadt. Mitmachen beim überparteilichen Projekt, das von der Stadt Graz finanziert wird und vom Verein „Kinderbüro – Lobby für Menschen bis 14“ durchgeführt wird, dürfen alle Grazerinnen und Grazer zwischen 8 und 14 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos. Um ihre Visionen in die Tat umsetzen zu können, bekommen die Kinderparlamentarier von der Stadt auch ein eigenes Budget zur Verfügung gestellt, das sie selbst verwalten dürfen. Darüber hinaus gehört auch der direkte Austausch mit „echten“ (also erwachsenen) Politikern zum Alltag des Polit-Nachwuchs, der auch regelmäßig bei Bezirkssitzungen dabei sein darf.

Wahl des Kinderbürgermeisters und der Kinderbürgermeisterin

Anfang Februar steht zudem auch immer eine Wahl an: Im Grazer Rathaus wird dann bestimmt, wer neuer Kinderbürgermeister und wer neue Kinderbürgermeisterin wird. Richtig gelesen: Beim Nachwuchs wird doppelt gemoppelt – jeweils ein Jahr lang dürfen das Mädchen und der Bursche mit den meisten Stimmen die Interessen ihrer Wählerinnen und Wähler nach außen hin vertreten. Bei der diesjährigen Wahl gaben 130 Kinder und Jugendliche ihre Stimmen ab: Am Ende machten die elfjährige Martina und der achtjährige Valentin das Rennen. Bis zur nächsten Wahl im Februar 2020 dürfen die beiden nun gleichberechtigt und gemeinschaftlich „regieren“.

Haltestellenansagen Kinderparlament Graz 2019

Kinderparlament

HIER erfährst du unter anderem, welche Projekte das Grazer Kinderparlament gerade macht bzw. schon gemacht hat. Den Youtube-Kanal des Grazer Kinderparlaments findest du HIER. Falls du selbst Kinderparlamentarier/in werden willst, melde dich einfach bei heidi@kinderparlament.at. Die Teilnahme ist kostenlos!