Dem Kolonialismus auf der Spur

In seiner Oktober-Themenstrecke widmet sich das TOPIC dem Kolonialismus und damit einem recht dunklen Geschichtskapitel, dessen Spuren bis in die Gegenwart führen. Die gewaltsame Unterwerfung von Völkern anderer Kulturen reicht zurück bis ins antike Rom. Mit den Entdeckungsfahrten von europäischen Seefahrern wie Christoph Kolumbus und Vasco da Gama nahm der Kolonialismus noch schrecklichere Ausmaße an und die Sklaverei ihren Lauf. Die Geschichten mit Geschichte sollen dir auch den Anstoß für das eine oder andere Referat geben. 

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Vor mehr als 500 Jahren herrschte in Europa große Aufbruchstimmung: Die Welt wollte und sollte entdeckt werden. Die Motive dafür waren meist wirtschaftlicher Natur. Die an Gier grenzende Sehnsucht nach Bodenschätzen und Kostbarkeiten ferner Länder trieben auch den italienischen Seefahrer Christoph Kolumbus zu einer abenteuerlichen Mission an. Sein Ziel war es eigentlich, den Seeweg nach Indien zu finden, doch da er einen groben Rechenfehler beging, landete seine aus drei Schiffen bestehende Flotte am 12. Oktober 1492 nicht in Indien, sondern in Amerika. Kolumbus war das aber gar nicht bewusst – deshalb taufte er auch die dortigen Ureinwohner auf den Namen „Indianer“. 

Kolumbus als „Entdecker Amerikas“ zu bezeichnen, ist eigentlich nicht richtig. Vielmehr war er der Eroberer und Unterwerfer dieses Kontinents, der bis dahin keine Berührungspunkte zu Europa hatte. Wobei: Ganz stimmt das auch nicht. Vor Kolumbus haben nämlich schon die Wikinger ihre Spuren in Amerika hinterlassen. Der italienische Seefahrer tat das auch: Aber diese Spuren sind nicht rühmlich. Die Ureinwohner wurden versklavt oder getötet und ihrer Rechte und ihrer Schätze beraubt. Sie fielen Krankheiten zum Opfer, die von den Europäern eingeschleppt wurden.

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Der Freiheit beraubt

Die europäischen Eroberer wüteten auch in Afrika, wo die Spuren des Kolonialismus bis heute zu spüren sind. Aktuell befinden sich die zehn ärmsten Länder der Welt auf dem Kontinent, den sich die Kolonialmächte im 19. Jahrhundert einfach unter sich aufteilten. Die machthungrigen Vertreter von Ländern wie Spanien, Portugal, England, Großbritannien, Frankreich oder Deutschland gingen davon aus, dass sie mehr wert sind als die afrikanische Bevölkerung.

Sie zogen neue Grenzen, die dazu führten, dass Familien getrennt wurden und verfeindete Völker gezwungen waren, zusammenzuleben. Außerdem entführten sie die Menschen in Afrika, um sie auf Schiffe zu verfrachten und als Sklaven nach Amerika zu bringen, wo sie wie eine Ware behandelt wurden. Sie mussten unter schrecklichsten Bedingungen auf Zuckerrohr- und Baumwollfeldern arbeiten, wurden gequält und so behandelt, als wäre ihr Leben nichts wert. Offiziell abgeschafft wurde die Sklaverei in Amerika erst 1865, die Aufarbeitung und der daran geknüpfte Rassismus dauern aber bis heute an.

Mehr zum Thema Sklaverei findest du hier:

www.spiegel.de/deinspiegel/

Nach den Sternen greifen

Den Weg aus der Sklaverei schafften nur wenige: Eine von ihnen ist Harriet Tubman, die in den 1820er-Jahren als unfreier Mensch auf einer Plantage im US-Bundesstaat Maryland zur Welt kam. Schon als Kind musste sie Schwerstarbeit leisten, ihr Dasein war von Gewalt und Misshandlungen geprägt. Ihr Rücken war voller Narben, die von Peitschenhieben her rührten. Doch anstatt sich mit ihrem grausamen Schicksal zufrieden zu geben, nahm sie allen Mut zusammen und trat die Flucht aus den Südstaaten an. Den Weg aus der Unterdrückung leuchteten ihr die Sterne.

In den Nordstaaten angekommen, arbeitete sie als Köchin und Krankenschwester. Ihre Wurzeln vergaß sie aber nie. Unter dem Codenamen „Moses“ kehrte sie in die Südstaaten zurück und verhalf vielen Leidgenossinnen und Leidgenossen zur Flucht. „Vergiss nie, dass du in dir die Kraft, die Geduld und die Leidenschaft hast, um nach den Sternen zu greifen und die Welt zu verändern“, sagte Harriet Tubman, die 1913 in New York starb. Ihre Geschichte lebt aber weiter. Der Film „Harriet - Der Weg in die Freiheit“ erzählt die Geschichte dieser modernen Superheldin nach, die womöglich bald auf der 20-Dollar-Note abgebildet wird. Hauptdarstellerin Cynthia Eriva war für die Verkörperung Tubmans im Jahr 2020 für den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle nominiert.

Den Trailer zum Film findest du hier: 

www.youtube.com/watch?v=zYtRwBs4moQ

Mehr zu Harriet Tubman findest du hier:

www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/harriet-tubman/

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