Referatstipps: Vorurteile und Ausgrenzung

Mädchen lieben rosarot und sind handwerklich unbegabt. Burschen sind stark beim Sporteln, aber schwach beim Lesen. Das sind gängige Vorurteile, die unseren Alltag bestimmen und dazu führen, dass Menschen in Schubladen gesteckt werden. Auch Mugtaba Hamoudah kann ein Lied davon singen: Der Aktivist gehört zu den Mitorganisatoren der „Black Lives Matter“-Demos, die im Vorjahr allein in Wien 50 000 Menschen auf die Straße gelockt haben. In der Februar-Ausgabe von TOPIC spricht er über seine Erfahrungen mit Rassismus. Das Interview ist Teil der Themenstrecke „Ausgrenzung“. Für dich ist da hoffentlich das eine oder andere spannende Referatsthema dabei.

Foto: Pixel-Shot/Shutterstock.com

Die Bilder vom gewaltsamen Tod von George Floyd gingen im Vorjahr um die Welt. Der Afroamerikaner starb, nachdem ein Polizist Minuten lang auf seinem Nacken gekniet war. George Floyds wiederholter Hilferuf wurde ignoriert. Nach seinem Tod gingen weltweit Menschen auf die Straße, um gegen Rassismus zu demonstrieren. Unter dem Motto „Black Lives Matter“ (Schwarze Leben zählen) machten sich auf der ganzen Welt Menschen für die Rechte von Schwarzen stark. In Wien war der Aktivist Mugtaba Hamouda an der Organisation der Demonstrationen beteiligt, bei denen österreichweit 100 000 Menschen mitmarschierten.

Doch die Bewegung „Black Lives Matter“ gibt es nicht erst seit 2020. Ins Leben gerufen wurde sie in den amerikanischen sozialen Medien im Jahr 2013. „Black Lives Matter“ wurde bald zum Inbegriff des Widerstands der Afroamerikaner gegen die vielfältigen Benachteiligungen in ihrer Heimat. Mittlerweile gehen Menschen auf der ganzen Welt auf die Straße, um für die Gleichberechtigung der „Black People of Color“ einzutreten. Gewalt gegen People of Color (kurz: PoC, meint Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft Erfahrungen mit Rassismus machen) hat eine lange Geschichte in den USA. Bis zum amerikanischen Bürgerkrieg wurden afrikanische Sklaven gezwungen, auf den Plantagen der Südstaaten zu schuften.

Das tragische Schicksal von George Floyd zeigt, dass die Benachteiligung bis heute anhält. Er flehte mit den Worten „I can’t breathe“ (Ich kann nicht atmen) um sein Leben, doch die Polizisten reagierten nicht. Sein Tod hat die Welt erschüttert. Der Polizist, der dafür verantwortlich war, wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. Lebendig hat das George Floyd aber nicht mehr gemacht.

Mehr zur „Black Lives Matter“-Bewegung und zum Schicksal von George Floyd findest du hier.

www.zdf.de/kinder/logo/polizeigewalt-rassismus-usa-100.html

klexikon.zum.de/wiki/Black_Lives_Matter

Foto: Olga Kuevda/Shutterstock.com

Typisch Mädchen, typisch Jungs?

Deutsche sind pünktlich, Holländer tragen Holzschuhe, Engländer trinken gern Tee und Italiener lieben Pizza, Pasta und Fußball. Aber stimmen diese Vorurteile, die man auch Stereotype nennt, auch wirklich? Oder versperren sie uns die offene Sicht auf unser Gegenüber?

Dieses Schubladen-Denken gibt es ja nicht nur, wenn es um andere Nationen geht. Wer als Mädchen auf die Welt kommt, wird oft in die rosarote Puppenecke gedrängt. Buben werden wiederum regelmäßig ausgelacht, wenn sie Schwächen zeigen oder lieber zeichnen als Fußball zu spielen. Habt ihr auch schon einmal selber unter Vorurteilen gelitten? Oder mitbekommen, wie Menschen aus eurem Umfeld ausgegrenzt werden, weil sie nicht so handeln, wie man es von ihnen erwartet?

Vielleicht wäre so ein Erfahrungsbericht ja eine gute Basis für ein Referat über Ausgrenzung. Und der erste Schritt, damit das Schubladen-Denken auch einmal aufhört.

Foto: Martin Hangen

Gegen Ungerechtigkeit anschreiben

Jason Reynolds war zehn Jahre jung, als er sein erstes Gedicht schrieb. Darin verarbeitete der 1983 geborene Afroamerikaner den Tod seiner Großmutter und entdeckte dadurch die Liebe zur Poesie. Heute ist der Mann mit der coolen Rasta-Frisur ein erfolgreicher Autor und eine starke Stimme gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Reynolds hat es sich zum Ziel gemacht, junge Menschen für Literatur zu begeistern und zum Lesen zu bringen. Und im besten Fall vielleicht sogar dazu, selber ihre Geschichten aufzuschreiben.

Zu seinen wichtigsten Werken zählen „Coole Nummer“, „Ghost“, „Nichts ist okay“, „Brüder“ „Long Way Down“ und „Die Sache mit dem Glücklichsein“. In seinen Romanen erleben die Figuren häufig den alltäglichen Rassismus und die Gewalt in den USA. Aber Reynolds schafft es gleichzeitig, Geschichten zu erzählen, die auf der ganzen Welt verstanden werden und in denen man sich wiederfindet. Lies doch mal ein Buch von ihm! Es lohnt sich.

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