NEWS – April 2026

Dein Update zum Iran-Krieg

Der Krieg gegen den Iran hat in den letzten Wochen immer mehr Länder und Menschen erfasst. Am 8. April wurde zwar eine Waffenpause zwischen den USA und dem Iran verkündet, doch selbst danach gingen die Kämpfe weiter. Es ist wichtig, nicht nur auf das Militär und die Politik zu schauen, sondern auch auf die Menschen in der Region und die Folgen für die Wirtschaft.

Autor: Stephan Scharinger

Foto: usmostock / Shutterstock.com

Was bisher geschah

Der Krieg begann am 28. Februar. Die USA und Israel griffen gemeinsam den Iran an. Sie sagten, sie hätten den Verdacht, dass der Iran an Atomwaffen arbeitet. Deshalb sehen sie den Iran als Gefahr für Israel und andere Länder in der Region. Außerdem werfen sie dem Iran vor, militante Gruppen im Libanon, im Irak und im Jemen zu unterstützen, die Israel oder Einrichtungen der USA angreifen.

Hier kannst du mehr über den Iran und seine Verbündeten nachlesen.

In den Wochen danach wurde der Iran immer wieder bombardiert. Am 2. März wurde dabei auch der oberste iranische Führer Ali Khamenei getötet. Der Iran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen. Diese richteten sich gegen Israel und gegen Staaten am Persischen Golf, die mit den USA verbündet sind. In diesen Ländern befinden sich US-Militärstützpunkte und über ihre Häfen und Handelswege wird ein Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt. Angriffe dort können daher auch die Weltwirtschaft beeinflussen.

Wie geht es den Menschen in der Region?

Im Iran leben rund 90 Millionen Einwohner*innen. Für viele von ihnen hat sich der Alltag durch den Krieg verändert. Die Menschen haben Angst um das eigene Leben. Viele wissen nicht, ob sie sicher sind oder ob sie ihr Zuhause verlieren. Oft funktionieren Strom, Wasser und Krankenhäuser nur eingeschränkt. Tausende Menschen im Iran wurden durch Angriffe getötet, Zehntausende verletzt, und Millionen sind auf der Flucht.

Gleichzeitig ist es schwer, ein genaues Bild zu bekommen. Der Iran ist eine Diktatur, Medien und Internet werden stark kontrolliert. Die staatliche Zensur erlaubt keine freie Berichterstattung. Expert*innen gehen davon aus, dass sich viele Menschen eine andere Regierung wünschen, weil Wahlen nicht frei sind und Protestierende Gewalt und Gefängnis riskieren (→ hier geht es zu einem Beitrag über den Iran und Frauenrechte). Andere stellen sich eher hinter die Machthaber, besonders dann, wenn das Land von außen angegriffen wird.

Auch Menschen in anderen betroffenen Regionen, zum Beispiel im Libanon oder in Israel, machen sich Sorgen: Sie haben Angst vor Angriffen, müssen in Schutzräume flüchten oder ihre Häuser verlassen. Sie wissen oft nicht, wie sicher ihr Alltag noch ist.

Jetzt bist du dran!

Im Text kommen einige schwierige Begriffe vor. Sie sind unterstrichen. Finde heraus, was die Begriffe bedeuten:

  • militant
  • Drohnenangriff
  • Militärstützpunkt
  • Weltwirtschaft
  • Diktatur
  • Zensur

Hier geht es zur Lösung.

Wirtschafliche Folgen

Durch den Krieg sind die Energiepreise zwischenzeitlich stark gestiegen. Das liegt vor allem an einer wichtigen Meerenge, der Straße von Hormus, zwischen dem Iran und dem Oman. Durch diese Route werden normalerweise etwa 20 bis 30 Prozent des weltweiten Öls transportiert. Durch Angriffe und Blockaden ist der Transport stark eingeschränkt. Deshalb ist der Ölpreis zeitweise sehr hoch. 

Was hat das mit dir zu tun? 
Auch wenn der Krieg weit weg ist, merkst du die Folgen im Alltag. Tanken und Heizen sind teurer geworden – das betrifft auch deine Familie. Vielleicht fällt dir auf, dass Lebensmittel oder andere Produkte mehr kosten. Das liegt daran, dass Transporte teurer geworden sind und auch viele Verpackungen aus Kunststoff bestehen, der aus Erdöl hergestellt wird. Das zeigt: Kriege in anderen Teilen der Welt können auch dein Leben direkt beeinflussen.

Die Straße von Hormus ist nur rund 50 Kilometer breit. Durch diese Meerenge werden etwa 20 bis 30 Prozent des weltweiten Öls transportiert.
Die Straße von Hormus ist nur rund 50 Kilometer breit. Durch diese Meerenge werden etwa 20 bis 30 Prozent des weltweiten Öls transportiert.Foto: vectorzart / Shutterstock.com

Idee für ein Mini-Nachrichten-Projekt

Verfolge eine Woche lang die Berichterstattung über die Lage im Nahen Osten in einem Medium deiner Wahl (z. B. in einer Zeitung, in einer Nachrichtensendung im ORF oder auf einer Social-Media-Plattform). Sammle die Nachrichten und beurteile sie kritisch. Vergleiche deine Ergebnisse mit den Resultaten deiner Mitschüler*innen.

Zweiwöchige Waffenruhe

Am 8. April wurde eine auf zwei Wochen angelegte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran verkündet. Diese kam zustande, weil beide Seiten militärisch, wirtschaftlich und politisch unter großem Druck stehen. Ziel ist es, Zeit für Verhandlungen zu gewinnen und eine weitere Ausweitung des Krieges zu verhindern. Die Waffenruhe bedeutet keinen Frieden, sondern nur eine vorübergehende Pause der Kämpfe. In dieser Zeit sollen Gespräche stattfinden, allerdings sind bisherige Verhandlungen gescheitert, weil sich beide Seiten nicht einigen konnten.

Die USA wollen, dass der Iran sein Atomprogramm einschränkt und dass wichtige Schifffahrtswege, zum Beispiel durch die Straße von Hormus, sicher bleiben. Der Iran fordert dagegen, dass er selbst über sein Atomprogramm entscheiden darf und dass Sanktionen (= Strafmaßnahmen) aufgehoben werden. Dazu gehören zum Beispiel Verbote, mit dem Iran Handel zu treiben.

Inzwischen hat US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe einseitig verlängert, um weitere Gespräche zu ermöglichen. Gleichzeitig bleibt die Lage angespannt, weil unklar ist, ob der Iran diese Verlängerung akzeptiert.

Videotipp:
In diesem Video erfährst du, wie es derzeit um die Blockade der Straße von Hormus bestellt ist.

Videoquelle: ZDF / YouTube

Wie der Krieg enden könnte

Der Krieg wäre dann wirklich vorbei, wenn die Kämpfe aufhören. Dazu müssen sich die beteiligten Länder auf Lösungen einigen, die von allen akzeptiert werden. Dabei können auch neutrale Staaten helfen – also Länder, die nicht direkt am Konflikt beteiligt sind. Sie könnten zwischen den Seiten vermitteln, um Kompromisse zu finden. Bleibt zu hoffen, dass die Verhandlungen wieder aufgenommen werden und es zu einer Einigung kommt, damit die Menschen in den betroffenen Ländern wieder in Sicherheit leben, zur Schule gehen und ihren Alltag ohne Angst gestalten können.

Nichts als Krise?

Manchmal können Nachrichten über Kriege Angst machen oder überwältigend wirken. Dann hilft es, mit anderen darüber zu sprechen und sich bewusst Zeit für Dinge zu nehmen, die dir guttun: Du könntest zum Beispiel Sport machen, Freund*innen treffen, Musik hören oder musizieren.

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