
Krieg im Iran
Die Eskalation im Nahen Osten hat in den letzten Wochen weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Doch vieles ist noch unklar, weil Informationen aus dem Iran schwer zu überprüfen sind. Deshalb schauen wir uns an, was bisher bekannt ist und was noch offenbleibt. (Stand: 9. März 2026)

Autor: Stephan Scharinger
Angriffe auf den Iran
Am Samstag, dem 28. Februar 2026, griffen die USA und Israel gleichzeitig mehrere Ziele im Iran an. Vor allem militärische Anlagen und Gebäude der Regierung in der Hauptstadt Teheran wurden bombardiert.
Israel und der Iran sind schon seit vielen Jahren Gegner. Die iranische Regierung erkennt den Staat Israel nicht an und unterstützt Gruppen im Nahen Osten, die gegen Israel kämpfen. Die USA sind ein enger Verbündeter Israels und unterstützen das Land politisch und militärisch. Mehr über die Feindschaft zwischen Israel und dem Iran kannst du hier nachlesen.
Bei den Angriffen wurde auch Ajatollah Ali Chamenei, der oberste politische und religiöse Führer des Iran, getötet. Chamenei war seit 1989 der mächtigste Politiker des Landes und regierte den Iran als Diktator. Gemeinsam mit ihm starben auch mehrere wichtige Militärs und Berater. Die Idee hinter dem Angriff war, die politische Führung auszuschalten. Ohne klare Führung ist ein Staat nämlich meistens weniger handlungsfähig.
Nach dem Völkerrecht sind Angriffe auf ein anderes Land grundsätzlich verboten. Sie sind nur erlaubt, wenn sich ein Staat selbst verteidigt. Die USA und Israel sagen, dass der Iran eine Gefahr darstellt, weil das Land möglicherweise an Atomwaffen arbeitet. Internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen (UNO) untersuchen nun, ob bei den Angriffen auf den Iran die Regeln des Völkerrechts verletzt wurden.
Was heißt ...
Völkerrecht: Regeln und Gesetze, die für Staaten auf der ganzen Welt gelten. Sie sollen dafür sorgen, dass Länder friedlich miteinander umgehen.
Die Angriffe haben große Zerstörungen verursacht. Berichten zufolge wurden hunderte Menschen getötet und viele weitere verletzt, darunter auch Zivilisten – also Menschen, die nicht zum Militär gehören. Es ist jedoch schwer, genau zu wissen, was passiert ist. Aus dem Iran dringen nur wenige Informationen nach außen. Viele Meldungen stammen von der Regierung oder vom Militär und können nicht unabhängig überprüft werden.

Der Iran schlägt zurück
Der Iran reagierte schnell auf die Angriffe. Raketen und Drohnen wurden auf verschiedene Ziele in der Region abgeschossen. Dazu gehörten Orte in Israel und US-Militärbasen in Ländern, die mit den USA verbündet sind. Ein Angriff traf sogar einen britischen Militärstützpunkt auf der Insel Zypern im Mittelmeer. Das zeigt, dass sich der Konflikt auf weitere Länder ausbreiten könnte.
Auch der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist durch Angriffe aus dem Iran beeinträchtigt. Diese schmale Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman ist eine der wichtigsten Routen für den Transport von Öl. Viele Öltanker fahren dort täglich hindurch. Wenn Schiffe dort nicht mehr sicher fahren können, hat das Auswirkungen auf die ganze Welt. Der Transport von Öl wird schwieriger und die Ölpreise steigen. Das macht sich auch bei uns bemerkbar, zum Beispiel durch teureres Benzin oder höhere Energiepreise.
Ordne richtig zu
Der Nahe Osten ist eine Region, in der es seit vielen Jahrzehnten immer wieder zu Kriegen und Konflikten gekommen ist. Du hast auf TOPICdigi schon einiges über Israel, den Iran oder Syrien erfahren.
Wie gut kennst du dich im Nahen Osten geografisch aus? Schau dir die Landkarte unten an und ordne die Namen der Staaten richtig zu:
Oman, Iran, Israel, Irak, Türkei, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate

Was passiert jetzt im Iran?
Im Iran selbst herrschen ebenfalls große Spannungen. Immer wieder gab es bereits Proteste gegen den Diktator Chamenei und seine Regierung, da diese keine Meinungs- und Pressefreiheit erlaubt und massiv gegen die Menschenrechte verstößt. Die Regierung ging jedoch hart gegen die Proteste vor. Sicherheitskräfte lösten Demonstrationen gewaltsam auf – viele Menschen wurden verhaftet oder getötet.
US-Präsident Donald Trump sagte nach den Angriffen, die Menschen im Iran sollten nun selbst das Regime stürzen. Gleichzeitig versuchen die iranischen Sicherheitskräfte, größere Proteste zu verhindern. Das geschieht zum Beispiel dadurch, dass das Internet gesperrt wird.
Nach dem Tod des obersten Führers Ali Chamenei hat eine Gruppe wichtiger religiöser Gelehrter im Iran einen neuen Führer bestimmt: Modschtaba Chamenei. Der 56-Jährige ist der Sohn des getöteten Staats- und Religionsführers. Er hatte schon bisher viel Einfluss auf die Politik im Iran. Modschtaba Chamenei gilt als Hardliner, also als Politiker mit besonders strengen politischen Ansichten. Kritiker befürchten deshalb, dass die Regierung im Iran unter ihm noch strenger gegen Gegner vorgehen könnte.
Wie sich die Lage im Iran und im Nahen Osten weiter entwickeln wird, ist noch unklar. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob sich die Lage beruhigt oder ob der Konflikt weiter eskaliert.
Diskussion in der Klasse
Auf viele Fragen, die sich aktuell stellen, gibt es keine einfachen „richtigen“ oder „falschen“ Antworten. Eine wichtige Frage stellt sich trotzdem: Sollen andere Länder eingreifen, um eine Diktatur zu stürzen? Findet gemeinsam Argumente dafür und dagegen.
Video-Tipp
In diesem Video von MrWissen2go erfährst du, warum die USA und der Iran schon lange Gegner sind und welche wichtigen Ereignisse in der Vergangenheit zu den heutigen Spannungen geführt haben.