In den letzten Wochen sorgte die Politik der USA weltweit für Aufsehen. In Venezuela gab es eine spektakuläre militärische Aktion, und zugleich spricht US-Präsident Donald Trump offen darüber, Grönland für die USA zu kaufen oder zu übernehmen – obwohl die größte Insel der Welt zu Dänemark gehört. Was steckt dahinter? Und warum sollte uns das auch in Österreich interessieren?
Autor: Stephan Scharinger
NEWS – März 2026
Öl, Macht und Einfluss
Donald Trumps Pläne für Venezuela und Grönland

Was ist in Venezuela passiert?
Im Jänner 2026 haben die USA eine große militärische Aktion in Venezuela durchgeführt. Dabei wurde der venezolanische Präsident Nicolás Maduro von US-Spezialeinheiten gefangen genommen und in die USA gebracht. Der US-amerikanische Präsident Trump sagt, der Einsatz diene der Bekämpfung von Drogenkriminalität. Maduro steht darum nun in New York vor Gericht.
Kritiker halten das aber für einen Vorwand. Sie vermuten, dass es vor allem um politischen Einfluss und den Zugang zu Venezuelas Ölreserven geht. Dazu muss man wissen, dass Venezuela das Land mit den größten Ölvorkommen weltweit ist, und die USA haben Interesse daran, dieses Öl zu fördern.
Viele Länder und internationale Organisationen sehen im Vorgehen der USA einen Bruch des Völkerrechts, weil kein Staat einen anderen Staat einfach so überfallen und den Präsidenten festnehmen darf. Nun ist aber der Hintergrund noch komplizierter: Präsident Maduro herrschte nämlich als Diktator in Venezuela. Die Meinungs- und Pressefreiheit waren stark eingeschränkt, Proteste wurden gewaltsam unterdrückt. Aus diesem Grund gab es auch Zustimmung zur amerikanischen Militäraktion: Viele politische Gegner*innen von Präsident Maduro gehen davon aus, dass es nun endlich zu einem demokratischen Neubeginn für Venezuela kommen könnte.
Allerdings wird bezweifelt, dass es Präsident Trump wirklich um Menschenrechte und Demokratie geht. In Venezuela ist nun die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez an der Macht, und sie führt Maduros Politik im Wesentlichen fort. Das zeigt, dass die wirtschaftlichen Interessen rund ums Öl wohl stärker wiegen als der Sturz des Diktators.
Was heißt ...
Völkerrecht: gemeinsame Regeln, die festlegen, wie Länder miteinander umgehen sollen.

Jetzt bist du dran!
Vermutlich hast du bisher noch nicht viel über den Staat Venezuela gehört. Die Website www.kinderweltreise.de hält viele Informationen über dieses faszinierende Land bereit. Du findest das Land in Südamerika und kannst dich durch viele Daten und Fakten durchklicken.
Mach dich z. B. schlau über Tiere und Pflanzen, über das Essen oder über den Alltag von Kindern in Venezuela und berichte deiner Klasse davon. Wenn ihr euch in diesem Land richtig gut auskennt, könnt ihr auch versuchen, das Länderrätsel gemeinsam zu lösen.
Will Trump nun auch noch Grönland?
Auch Donald Trumps Umgang mit Grönland sorgt für Unruhe. Grönland ist die größte Insel der Welt. Sie liegt im Arktischen Ozean zwischen Kanada, Europa und dem Nordpol und gehört politisch zu Dänemark. Schon seit 300 Jahren steht Grönland unter dänischem Einfluss, seit 2009 verwaltet sich das Land aber größtenteils selbst. Es gibt ein eigenes Parlament in der grönländischen Hauptstadt Nuuk. Nur die Außenpolitik und die Währungspolitik werden noch von Dänemark übernommen.
Trump hat schon mehrfach gesagt, die USA müssten „Grönland bekommen“ – am liebsten durch einen Kauf, notfalls durch Druck oder andere Mittel. Er rechtfertigt das mit Sicherheitsgründen, weil die Region für die Kontrolle über den Arktisraum wichtig sei. Europäischen Ländern, die sich gegen Trumps Pläne wehren wollen, droht der US-Präsident mit hohen Zöllen auf ihre Waren.
Warum will Trump Grönland?
Einerseits geht es um militärische Macht, denn Grönland liegt strategisch sehr günstig. Allerdings haben die USA ohnehin schon einen Militärstützpunkt auf Grönland, weil beide Länder gemeinsam in der NATO (ein Militärbündnis unter der Führung der USA) sind. Die USA könnten diesen Militärstützpunkt schon jetzt vergrößern. Andererseits geht es auch hier – wie bei Venezuela – um Ressourcen. In Grönland gibt es Öl, Gas, Seltene Erden und Metalle – und durch das Abschmelzen des Eises in Folge des Klimawandels wird es in Zukunft einfacher, diese Rohstoffe abzubauen.
Doch Grönland selbst und Dänemark lehnen Trumps Vorhaben strikt ab. Sie betonen, dass die Insel nicht verkauft werden kann, und rufen gleichzeitig Verbündete wie die NATO zur Unterstützung auf. Völlig absurd ist dabei, dass die USA ja selbst Mitglied der NATO sind. Es gab zudem große Proteste von Menschen in Grönland und Dänemark unter dem Motto „Hands off Greenland“ – also „Hände weg von Grönland“.

Video-Tipp
Die Geschichte Grönlands ist richtig spannend. Schau dir das YouTube-Video „Warum besitzt Dänemark Grönland“ (4:24 Minuten) hier an:
www.youtube.com/watch?v=wceMuSu9AMM.
Erfahre, woher der Name „Grönland“ kommt und was das mit den Wikingern zu tun hat. Besprich mit deinen Mitschüler*innen, welche Länder bereits Einfluss auf die Geschichte Grönlands genommen haben.
Was bedeutet das für die Welt?
Das Vorgehen der USA zeigt, dass große Länder ihre Macht nutzen, um eigene Interessen zu verfolgen – zum Beispiel einen Zugang zu bestimmten Rohstoffen. Das Völkerrecht und der Respekt vor anderen Staaten werden plötzlich weniger wichtig. Die bisherigen Regeln werden missachtet. Gerade kleinere Staaten wie Österreich sind aber darauf angewiesen, dass sich alle an gemeinsame Regeln halten und nicht nur das Recht des Stärkeren gilt. Aber auch große Staaten profitieren vom Völkerrecht. Klare Regeln schaffen Sicherheit und erleichtern die internationale Zusammenarbeit.
Österreich ist Mitglied der UNO und der EU und damit Teil des internationalen Systems, das Regeln für Frieden und Zusammenarbeit schaffen soll. Wenn große Länder diese Regeln ignorieren, kann das unsere Sicherheit und Stabilität beeinflussen – selbst wenn Venezuela oder Grönland weit weg erscheinen. Handelskonflikte oder Zölle zwischen den USA und Europa sind auch in Österreich spürbar, etwa in Form von höheren Preisen oder schwierigen wirtschaftlichen Beziehungen.
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